| Moderne Tanzmusik im Musikverein
Brunken |
| von Frank Weyer |
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| In den Sechzigern hatte der Rundfunk
überall und das Fernsehen teilweise Einzug in die Wohnstuben der Menschen
gehalten. Somit wurde die jazzig angehauchte und mit Schlagern getragene
Tanz- und Unterhaltungsmusik gefragt. Hier sei an die große Zeit
der Orchester Hazy Osterwald, Kurt Edelhagen und Max Greger erinnert. Aber
auch die Schlagersänger und -sängerinnen Peter Alexander, Udo
Jürgens, Mireille Mathieu, Manuela und viele andere waren zu dieser
Zeit außerordentlich beliebt. Die Blaskapellen taten sich schwer
mit dieser leichten Musik, da es an entsprechenden Sängern und für
diese Art der Musik der notwendigen Besetzung fehlte. |
| Auch der Musikverein Brunken konnte
zu dieser Zeit entsprechende Stücke nicht aufführen. Dieser Zustand
änderte sich mit dem Zugang von Kurt Blaeser und Franz-Josef Lamberty
Ende der sechziger Jahre. Ab 1966 hatte Kurt Blaeser als musikalischer
Leiter des Vereins einige interessante Tanzveranstaltungen mit seinen Mannen
zu gestalten. In Brunken wurde kurzerhand eine entsprechende Literatur
einstudiert und bald hatte man, mit dem nötigen Notenmaterial versehen,
großen Auftrieb. |
| Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden
von Kurt Blaeser übernahm Franz-Josef Lamberty die Leitung der Tanzkapelle.
Neben dem versierten Saxophonisten Heini Schmalz wurden kurzfristig zusätzlich
mehrere Saxophonisten ausgebildet sowie eine Orgel (Farfisa 404), Mikrophone
und eine Beschallungsanlage angeschafft. Außerdem konnte man Gitarristen
neben den Bläsern einbauen. Damit hatte man eine für Salon-Orchester
ausreichende Besetzung vorzuzeigen. Hier hatten, neben dem beliebten Bernhard
Chwatinski, auch die heutigen STREET-LIFE-Protagonisten Joachim „Jockel“
Schmidt und Ernst Wagner übrigens ihre ersten öffentlichen Schritte
auf die berühmten Bühnenbretter gesetzt. |
| Unter der Ägide von Franz-Josef
Lamberty erwarb sich die Tanzkapelle des Musikverein Brunken bald einen
guten Namen und man buchte diese Kapelle zwischen 1972 und 1980 für
viele Zeltveranstaltungen im gesamten Kreis Altenkirchen und dem angrenzenden
Rhein-Sieg-Gebiet. Besonders die angenehme Baritonstimme von Karl-Heinz
Wagner prägte bei den sich immer mehr durchsetzenden Vokalstücken
den Klang des Tanzorchesters. |
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Tanzmusik des Musikverein
Brunken auf dem Schützenfest Selbach 1978
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| Franz-Josef Lamberty gestaltete
die Kapelle sehr facettenreich. Mit den „S.O“-Notenausgaben gelang es dabei
in verschiedenen Formationen zu spielen, da die Arrangements aufgrund ihres
modularen Aufbaus den Auftritt als Duett (Orgel, Schlagzeug, Gesang), Trio
(Duett plus Saxophon), Oktett (Trio plus 2 Trompeten, Posaunen, Saxophon
und Gitarre sowie teilweise einem Bass) oder als komplettes Tanzorchester
erlaubten. Ergänzt wurde die neue und moderne Musik mit einem eigenen
Erscheinungsbild. Dazu schaffte der Musikverein Brunken 1976 orange Westen
und dazu passende Wagnerschleifen an. |
Unter Franz-Josef Lamberty spielten
folgende Musiker:
| Leiter: |
Franz-Josef Lamberty |
| Saxophon: |
Rainer Lamberty |
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Rüdiger Schmidt |
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Erwin Bachenberg |
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Heini Schmalz |
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Heinz Brück |
| Trompete: |
Rudi Schneider |
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Alois Schumacher |
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Georg Weyer |
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Patrick Bell |
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Udo Schneider |
| Posaune: |
Karl Klöckner |
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Dietmar Mockenhaupt |
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Axel Griebling |
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Frank Weyer |
| Orgel: |
Heinz „Jani“ Wagner |
| Gitarre: |
Bernhard Chwatinski |
| Bass: |
Ernst Wagner |
| Schlagzeug: |
Karl-Heinz Wagner |
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Uli Schneider |
| Gesang: |
Karl-Heinz Wagner |
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| Im Frühjahr 1980 übernahmen
Axel Griebling und Frank Weyer, beide Posaunisten, gemeinsam die Leitung
der Tanzmusik. Es gelang mit Karl-Heinz Bitzer und dessen Bruder Harald,
der mit sich mit dem bereits genannten Bernhard Chwatinski abwechselte,
zwei ständige Gitarristen zu binden. Man kreierte einen sogenannten
„Ernst-Nosch-Showblock“ und setzte vermehrt auf internationales Standard-Tanzrepertoire. |
| Die Doppelspitze währte nur
kurze Zeit, da Axel Griebling 1982 aus dem Musikverein Brunken ausschied.
Ab diesem Zeitpunkt führte Frank Weyer das Tanzorchester alleine weiter. |
| Das Orchester hatte sich in dieser
Zeit radikal verjüngt. Neben Heinz "Jani" und Karl-Heinz Wagner waren
die jungen Leute unter sich. |
| Der deutsche Schlager geriet in
den achtziger Jahren ins Abseits. Das Publikum verlangte nach internationaler
Popmusik. Mit dem Zugang von Joachim und Dirk Hammer kamen frische Kräfte
hinzu. Neue musikalische Möglichkeiten konnten erschlossen werden.
Durch das Engagement von Frank Weyer in dem bundesweit tätigen und
rundfunkerfahrenen Orchester HARRO STEFFEN konnte man vom gleichnamigen
Arrangeur persönlich frisches Notenmaterial erhalten. Das Repertoire
wurde vom Schlager zur Popmusik und internationaler Tanzmusik im Big-Band-Sound
gewandelt. Dem Publikum wurde dies in Form einer neuen Bühnenkleidung
sichtbar: Man trat nun mit einem schwarzen Hemd und einer passenden
weißen Lederkrawatte auf. |
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Das Tanzorchester 1986
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| 1987 war ein entscheidendes Jahr
für das Tanzorchester im Musikverein Brunken. Aufgrund der positiven
Entwicklung sollte das Tanzorchester selbstbestimmt und unabhängig
von den finanziellen Belangen des Gesamtvereins geführt werden. Nach
langen Verhandlungen einigten sich Jung und Alt auf ein Mitgesellschaftertum
des Musikverein Brunken an der neuen TOP LINE - Tanz- und Showband. Diesen
Namen hatte sich die Band nach eingehender Beratung gegeben. |
| Der agile und vor Ideen sprudelnde
Andreas Winters war als Keyboarder zur Band gestoßen. Ebenso hatte
man in Köln die junge Angelika Rödder aus Birmingshöfchen
als Sängerin geworben. Man konnte nun voller Stolz mit besten weiblichen
und männlichen Stimmen sämtliches Notenmaterial einstudieren.
Reiner Winters befruchtete die Band mit tollen Arrangements von den jeweils
aktuellen Top-40-Hits und vielen Standardtiteln. Es gelang gleichzeitig
mit einer neuen Verstärkeranlage (eine ZECK-Bühnen-PA) einen
wirklich eigenständigen und unverwechselbaren Sound zu entwickeln.
Neben zahlreichen Zeltfesten zwischen Bad Marienberg und Leuscheid wurden
auch sogenannte Gala-Veranstaltungen in den Stadthallen von Betzdorf, Altenkirchen,
Hachenburg, Daaden und anderen gespielt. Man reiste nach Siegen in die
Bismarckhalle ebenso wie in den Saalbau von Essen oder zum „Düxer
Bock“ nach Köln. Einen luxuriös ausgerichteten Empfang gestaltete
man ebenso professionell wie Tanzturniere, Betriebsfeste, Geburtstage,
Innungsjubiläen und Karnevalssitzungen. Unvergessen bleiben den Musikern
wie auch dem Publikum die tolle Atmosphäre auf einer festen Bühne
mit Bühnenlicht und guter Big-Band-Musik. |
| 1990 konnte ein gutes und fleißiges
Pärchen begrüßt werden. Burkard und Rosi Quast unterstützten
mit ständig verbesserter Bühnen-Lichttechnik die Auftritte. Von
der Hochtraverse über Lichtbänder bis zum Spezialeffekt, Smoke-Puff
und einem Verfolgerspot konnten diese beiden alle technischen Errungenschaften
für TOP LINE nutzbar machen. |
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TOP LINE - Tanz und Showband
1991
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| In den beginnenden neunziger Jahren
war die absolut selbständig entwickelte Bühnenshow und eine Mitternachts-Show
von 40 Minuten Dauer ein besonderes Highlight der TOP LINE - Tanz- und
Showband. In der eigens angemieteten Turnhalle in Katzwinkel wurde in harter
Probenarbeit unter realen Bedingungen die „Showtime“ entwickelt. Diese
konnte dann ab dem Sommer 1994 aufgeführt werden. Neben Supertiteln
wie „How High The Moon“ und „I Can I Will“ von Udo Jürgens, waren
Big-Band-Titel wie „The Pink Panther“ und „Manhattan Jive“ echte Knüller.
Beeindruckend und sehr lustig für das Publikum war immer wieder die
Einlage unseres Startrompeters als sturzbetrunkener mexikanischer Trompetenstar
„Don Alonso“. Die Hymne zu dieser Zeit und Höhepunkt war Whitney Houstons
Song „One Moment In Time“, bei welchem Angelika Rödder ihre wunderbare
Stimme stets aufs allerbeste einsetzen konnte. |
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Top Line 1994
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Zum Team gehörten zu dieser
Zeit:
| Bandleader: |
Frank Weyer |
| Saxophon: |
Michael Heer |
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Peter Hombach |
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Joachim Hammer |
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Oliver Christian |
| Trompete: |
Georg Weyer |
|
Thomas Krieger |
|
Dirk Wagner |
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Patrick Bell |
| Posaune: |
Frank Weyer |
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Georg Klöckner u.a. |
| Gitarre: |
Harald Bitzer |
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André Orthen |
| Bass: |
Karl-Heinz Bitzer |
|
Marco Orthen |
| Orgel: |
Heinz „Jani“ Wagner |
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Andreas Winters |
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Sven Kemper |
| Schlagzeug: |
Dirk Hammer |
| Gesang: |
Joachim Hammer |
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Angelika Rödder |
| Lichttechnik: |
Burkard Quast |
|
Rosi Quast |
| Tontechnik: |
Stefan Vanderfuhr |
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| An Altweiber 1996 hat die TOP-LINE
Tanz- und Showband ihre musikalische Tätigkeit eingestellt. Man verabschiedete
sich getreu dem Motto „Man soll dann aufhören, wenn`s am schönsten
ist“ in bester Freundschaft. Eine lange Zeit mit vielen schönen Erinnerungen
ging zu Ende. Aber auch heute noch erinnern sich die beteiligten Musiker
des Musikverein Brunken an diese erfolgreiche Zeit gerne zurück. |